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ME/CFS – Diagnose

  Der korrekte ICD 10 Code für ME/CFS lautet G93.3

Im Österreichischen LKF (Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung) System (S.29) gibt es die ICD 10 Hauptdiagnose "G93.3 Chronisches Müdigkeitssyndrom". Leider wird der Großteil der Betroffenen jedoch mit einer "F Diagnose" - das sind psychiatrische Diagnosen wie Depression, Angststörungen, Somatisierungsstörung etc. codiert und in weiterer Folge auch nicht korrekt behandelt.

Der Weg bis zur Diagnose stellt sich bei den meisten Betroffenen als lange und anstrengend dar. ME/CFS ist eine Ausschlussdiagnose, da es bis heute keinen eindeutigen Marker gibt. Das bedeutet, dass andere Erkrankungen wie Tumore, MS, Herzerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Gendefekte etc. ausgeschlossen werden müssen.

Es macht Sinn, einen Arzt mit ME/CFS spezifischem Wissen zu konsultieren, um sich einen langen und zermürbenden Weg bis zur Diagnose zu ersparen.

 

​​Für die Diagnose von ME/CFS können folgende Diagnosekriterien herangezogen werden:

 

Diagnosekriterien nach Institute of Medicine (IOM) 2015

1. Eine erhebliche Reduktion oder Beeinträchtigung bei der Ausübung von Beruf, Bildung, sozialen oder persönlichen Aktivitäten:

  • die mehr als 6 Monate anhält und von (oft stark ausgeprägter) Erschöpfung begleitet ist

  • die einen eindeutigen Beginn aufweist (nicht von Geburt an existiert)

  • die nicht das Resultat von fortwährender starker Belastung oder Anstrengung ist

  • die sich durch Schonung und Ausruhen nicht erheblich lindern lässt

 

2. Zustandsverschlechterung nach Anstrengung (Post-exertional malaise, PEM)*
3. Nicht erholsamer Schlaf*

Des Weiteren muss mindestens eine der folgenden Beschwerden vorliegen: Kognitive Beeinträchtigung oder Orthostatische Intoleranz.

*Häufigkeit und Schweregrad der Symptome sollte festgestellt werden. Die Diagnose ME/CFS (SEID) sollte hinterfragt werden, wenn Patienten, diese Symptome mindestens die Hälfte der Zeit nicht mit moderater, bedeutender oder schwerer Intensität aufweisen.

Vollständige Kriterien nach IOM (2015) und Anmerkungen können im Clinician’s Guide auf Englisch eingesehen werden.

Internationale Konsenskriterien (ICC 2011)

 

Hauptsymptome sind „schwere, neu aufgetretene Fatigue“ und „schnelle körperliche und/oder kognitive Erschöpfbarkeit als Reaktion auf Anstrengung (kann auch minimal sein)“. Weiters müssen laut diesem Kriterienkatalog mindestens weitere 7 Symptome vorliegen, die in folgende Gruppen unterteilt sind:

  • Neurologische Beeinträchtigungen, wie z.B. Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, Kopf- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Bewegungsstörungen.

  • Immunologische, gastrointestinale oder urogenitale Beeinträchtigungen, wie z.B. grippeähnliche Symptome, erhöhte Infektanfälligkeit, Reizdarm, Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln, Überempfindlichkeit auf Medikamente, Gerüche, Geräusche.

  • Beeinträchtigungen der Energieproduktion bzw. des Energietransports, wie z.B. Probleme beim Stehen (orthostatische Dysregulation), Atemstörungen, Unverträglichkeit gegenüber Temperaturextremen.

 

Die vollständigen Diagnosekriterien laut ICC sind umfangreicher und können auf Englisch (ab Seite 7) und als Auszug aus dem International Consensus Primer auf Deutsch eingesehen werden.

Weitere häufig verwendete Kriterien sind die Kanadischen Konsenskriterien (2003) und die Fukuda Kriterien (1994).

 

"Wer mit sich selbst in Berührung kommt, wird unabhängig von den Anderen und kommt leichter in Frieden mit sich selbst"

Anselm Grün

Mag.(FH) Barbara Preining

Linz/Oberösterreich

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